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20.09.2013

 

Hallo zusammen

 

Ich war eigentlich nie sonderlich begeistert von diesen ganzen Bloggern. Erst recht nicht, wenn jede Kleinigkeit gleich veröffentlicht wird. Wen interessiert es bitte, wenn jemand einkaufen geht, oder am Flughafen sitzt?

Damit will man die meisten Menschen doch nur eifersüchtig machen (mal abgesehen von dem einkaufen, oder duschen gehen, das interessiert nun wirklich niemanden), oder etwa nicht? Es ist das Selbe wie bei Twitter oder Facebook...

Doch nachdem ich mir, von gefühlten 10 000 Menschen anhören durfte, ich soll mich doch einmal melden und berichten was ich so mache, habe ich beschlossen, nun auch unter die Blogger zu gehen.

Ich will ja nicht jedem der 10 000 Menschen immer das gleiche schreiben müssen.

 

Und hier bin ich nun! Am FLUGHAFEN. Genauer gesagt am Flughafen Ataturk in Istanbul. Ein grauenvoll chaotischer Ort. Ich habe noch nie so viele verschleierte Frauen auf einem Haufen gesehen. Doch sobald sie sich auf der Damentoilette befinden, legen sie ihre Kopftücher und Burkas ab und gackern so wild durcheinander, dass ich wieder flüchte. Sehr zu meinem Leidwesen muss ich feststellen, dass auf der Toilette eine Etage tiefer genau das gleiche Schauspiel stattfindet...

Nach einer Stunde, habe ich dann endlich jemanden gefunden, der mir erzählen kann, wo sich mein Gate befindet, da dieses leider nirgendwo auf meinem Ticket steht und die Anzeigetafeln alle auf Türkisch sind.

 

Aber gut, vielleicht sollte ich erst einmal erzählen, was ich genau mache.

Machen wir, wie es in der Schule immer so schön hieß, einen kleinen Exkurs.

Ich bin eine von momentan 5 waghalsigen jungen Frauen, die sich in den Himalaya wagen. Nicht irgendwo im Himalya, sondern in Nepal, dem zuhause der höchsten Berge der Welt. Doch ich habe nicht vor Hinku und Hunku einen Besuch abzustatten, oder den Mount Everest zu besteigen (wie das nette Pärchen neben mir, ob sie jedoch wirklich so weit kommen, bleibt fragwürdig)

Nein, ich begebe mich 6 Monate in das Herz Nepals nach Kathmandu.

Dort wartet keineswegs ein entspannender Urlaub, mit Meditation, Yoga und schöner Bergaussicht auf mich, sondern ein quirliger Haufen von insgesamt 46 Kindern zwischen 3 und 14 Jahren.

Ich mache ein Praktikum in einem Waisenhaus, einer kleinen Privatorganisation, mit Hauptsitz in Schwäbisch-Gmünd.

Auch wenn die Kinder mit Englisch aufwachsen, so habe ich mir dennoch ein Nepali Wörterbuch gekauft.

 

Ich war nie ein großes Sprachgenie ...

Mein Französisch ist nach 7 Jahren und insgesamt 11 verschiedenen Lehrern so schlecht, dass es gar nicht erwähnenswert ist. In Italienisch war ich auch nie ein großes Talent, aber immerhin ist mein Englisch akzeptabel.

Nichts desto trotz braucht ein frisch gebackener Abiturient seine Herausforderungen (12 Jahre Schule haben uns ja noch nicht genug gefordert), also lerne ich halt Nepali.

 

 

Hier ein kleiner Vorgeschmack.

 

aa – wird wie das a in ‚Nase’ gesprochen

 

a – wie das o in ‚Ross’

 

kh – beide Laute sind hörbar, werden aber wie einer ausgesprochen (wie auch immer das funktionieren soll)

 

Wo gibt es Feuerholz heißt zum Beispiel:

      - Dhaauraa kaahaa chhaa? -

-          Feuerholtz wo ist? –

 

 

Das ganz jetzt noch im Sanskrit ist praktisch unmöglich zu verstehen.

Aber gut, ich bin ja ein Genie und habe sonst keine Hobbys.

 

Nach 5 Wochen Vietnam & Kambodscha hatte ich gerade einmal 2 Wochen Zeit, mich auf mein 6 monatiges Abenteuer, in die Bergwelt vorzubereiten.

Um weitere Schocks, wie zum Beispiel einen verlorenen Reisepass (was ich Genie einen Tag vor Abflug bemerkte) zu vermeiden, wurde das wichtigste gleich gerichtet, als ich wieder zu Hause war...

 

Doch was packt man, wenn es bis November noch 30°C haben kann und im Winter –5°C.

Also habe ich mich einmal quer durch meinen Kleiderschrank gepackt, meine Büchersammlung auf den Kindle-Spontankauf gepackt und meine Schuhsammlung auf 3 Paar reduziert. Damit auch ja nichts zurückbleibt, spiele ich einen Tag lang „Ich packe meinen Koffer...“. Und stehe am Schluss vor einer Reisetasche voller Sparkassenwerbegeschenke, Buntstiften, Süßigkeiten, einem Schuhkarton voller Briefe, Wunderkerzen und noch mehr Süßigkeiten und... einem Einrad. Ja richtig. Ich nehme ein Einrad mit!

 

Dann mal eben noch spontan Geldwechseln gehen und die Wahlunterlagen auf dem Rathhaus einwerfen und dann bin ich startklar. Aber Moment... es fehlt ja noch dies und ach ja ich hab ja auch noch keine Taschenlampe...

 

Letzten Endes stand ich dann doch pünktlich in Frankfurt am Flughafen und hatte ausnahmsweise eine gut gelaunte Angestellte vor mir sitzen, die mir meine drei Handgepäckstücke und meine 33 kg Gepäck durchgehen lässt. Davon sind wohlbemerkt nur 14 Kg von mir (ein neuer Rekord für 6 Monate) und 19 Kg für die Kinder.

 

Aber gut, mein Flugzeug nach Kathmandu ist bereit zum Boarding.

 

Ich sage Auf Wiedersehen Deutschland und Nahmaste Nepal. Bis nächstes Jahr

24.9.13 18:34
 
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